Hintergrund

Ich bin der Meinung, bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um eine sehr heimtückische Krankheit.

Wurde eine Infektion mit den krankmachenden Borrelien zu spät erkannt oder wurde zu kurz und nicht ausreichend hoch dosiert behandelt, kann sich eine chronische Verlaufsform entwickeln. Die Folgen für die Betroffenen sind schwerwiegend und ein langes, schmerzvolles Leiden ist vorprogrammiert. Starke Erschöpfung ist ein häufiges Begleitsymptom, welches zum totalen Rückzug aus dem sozialen Leben führt. Viele Betroffene können nicht mehr arbeiten. Es kommt zum sozialen Abstieg und zur völligen Verarmung. Was passiert, wenn das Nervensystem und das Gehirn angegriffen wird, ist hinlänglich beschrieben.

Mit meiner Meinung stehe ich nicht alleine da. Es gibt viele Betroffene und auch einige wenige Ärzte, die genauso denken. Sie sagen zum Beispiel, man müsse so lange behandeln, bis alle Beschwerden beseitigt sind. Ihnen gegenüber stehen aber auch Ärzte, welche das genaue Gegenteil behaupten. Sie sagen, trotz Infektion bräche die Krankheit nur selten mit Symptomen aus. Nach ihrer Auffassung sei Lyme-Borreliose sehr gut zu diagnostizieren und in allen Krankheitsstadien mit gutem Erfolg zu behandeln. Was nach der Behandlung noch an Beschwerden vorhanden ist, sind Folgen der durchgemachten Erkrankung, die allenfalls symptomatisch zu behandeln wären. Auf jeden Fall schließen sie ein Weiterbestehen der aktiven Infektion und das weitere Vorhandensein von Borrelien aus, obwohl das bereits vielfach nachgewiesen werden konnte

Leider geben diese Ärzte den Ton an. Dies bedeutet, dass auch Krankenkassen, Behörden und offizielle Stellen im Allgemeinen nur diese eine Meinung gelten lassen. Eine chronische Borreliose gibt es für sie nicht.

Vergessen werden dabei die betroffenen Patienten, die mit ihren vielfältigen, unklaren Beschwerden völlig allein gelassen werden. Viele können sich ja gar nicht an einen Zeckenstich erinnern. Es wird gesagt, die Beschwerden seien alle rein psychosomatisch. Man wird zum Psychiater geschickt, dessen Behandlung aber auch nicht zum Erfolg führt.

Wenn ich mich mit anderen Menschen über meine Beschwerden, deren Auslöser und die resultierenden Folgen unterhalte, berichtet man mir sehr oft von Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen, denen es genauso geht. Fast jeder kennt jemanden mit Borreliose. Ich höre von Menschen, die es schwer haben, einen Arzt zu finden, der sie ernst nimmt. Besonders trifft es mich, wenn ich von Kindern höre, welche mit den Folgen eines Zeckenstichs kämpfen. Sie, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, trifft es besonders hart. Man erzählt mir von Menschen, die schon lange nicht mehr zur Arbeit gehen können. Sie leben von Hartz 4 und kämpfen vor Gericht darum, eine Rente zu bekommen.

All diesen Menschen wird großes Unrecht angetan und ich fände es gut, wenn diese Menschen hier ihre Geschichten aufschreiben würden. Über Ärzte, Gutachter, Gerichtsverfahren usw.

Denn das Unrecht muss öffentlich gemacht werden. Nur so kann sich etwas ändern.

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